CARA – Care About Ritual Abuse

Gemeinnütziger Verein, der auf christlichen Grundwerten basiert, politisch und konfessionell neutral arbeitet und sich durch Spenden finanziert. Der Verein CARA ist in allen deutschsprachigen Kantonen als gemeinnützig und steuerbefreit anerkannt.

Adresse

Verein CARA | CH-9050 Appenzell | Jakob-Signer-Strasse 12

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ORGANISIERTE RITUELLE

Realität oder Täuschung?

GEWALT

Donnerstag, 21. November 2019

von 19:00 bis 21:00 Uhr

Kulturzentrum Herisau

Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen geht in unserer Gesellschaft weit über einzelne Vergehen hinaus. Organisierte Formen von ritualisierter Gewalt aber auch Kinderpornografie oder -prostitution sind längst Thema bei interdisziplinären Treffen von Fachleuten, auch in der Schweiz.

 

Definition 

Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen.

In organisierten und rituellen Gewaltstrukturen wird die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt (in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gewalt) an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch die Zusammenarbeit mehrerer TäterInnen bzw. Täternetzwerke ermöglicht und ist häufig verbunden mit kommerzieller sexueller Ausbeutung (Zwangsprostitution, Handel mit Kindern, Kinder-/Gewaltpornografie). Dient eine Ideologie zur Begründung oder Rechtfertigung der Gewalt, wird dies als rituelle Gewaltstruktur bezeichnet.

 

In manchen Strukturen sind Familien generationenübergreifend eingebunden. Es erfolgt eine frühkindliche Bindung an Täter, Gruppe und Ideologie. Hinzu kommt ein Schweigegebot. Aussteigende werden unter Druck gesetzt, erpresst und verfolgt.

 

Organisierte und rituelle Gewaltstrukturen können eine umfassende Kontrolle und Ausbeutung von Menschen durch Mind-Control-Methoden beinhalten. Die planmäßig wiederholte Anwendung schwerer Gewalt erzwingt spezifische Dissoziation bzw. eine gezielte Aufspaltung der kindlichen Persönlichkeit. Die entstehenden Persönlichkeitsanteile werden für bestimmte Zwecke trainiert und benutzt. Ziel dieser systematischen Abrichtung ist eine innere Struktur, die durch die TäterInnen jederzeit steuerbar ist und für die das Kind und später der Erwachsene im Alltag keine bewusste Erinnerung hat.

 

Für Menschen mit diesen Erfahrungen ist es besonders schwer, Schutz und angemessene Unterstützung zu erhalten.

 

Fachkreis «Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen» beim
Deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Quelle: Fachkreis »Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen«

Ein weitere gängige Definition lautet:​

»Rituelle Gewalt findet in der Regel in Gruppierungen mit hierarchischen und männlich dominierten Strukturen statt, oft Generationen übergreifend und mit langer Tradition. In manchen Gruppierungen sind die Handlungen in ein Glaubenssystem eingebettet, andere Gruppierungen täuschen ein Glaubenssystem nur vor, um andere Interessen (Macht, Geld, Sadismus) verwirklichen zu können.
Das Wissen über Ziele, Strukturen und Handlungen der Gruppierung liegt bei einem oder wenigen Mächtigen, die dies nach dem Motto divide et impera (teile und herrsche) untereinander aufteilen. Macht und Wissen werden in absteigenden Hierarchie-Ebenen geringer. Verbindungen zu anderen Bereichen der organisierten Kriminalität, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung jeglicher Art, Drogen etc. sind üblich ...«

Quelle:  Im "Handbuch Rituelle Gewalt" von Igney & Fliss 2010

Handbuch Rituele Gewalt.jpg

»Für die Psychologin bestätigen die ersten Ergebnisse, dass die Übergänge fliessend sind zwischen Täternetzwerken, die Menschen kommerziell sexuell ausbeuten, etwa für Prostitution, und solchen, die zusätzlich Ideologien zur Rechtfertigung nutzen. 

Der Beginn war immer im Kindesalter, bei einem sehr großen Teil im frühen Kindesalter, das heißt um die drei Jahre. Und die Dauer der Gewalt war lange, also oft bis ins Erwachsenenalter hinein, was sich auch mit der klinischen Erfahrung deckt – also Betroffene haben sehr viel Mühe, aus diesen Kontexten rauszukommen. Oft hält die Gewalt noch an, auch wenn sie Behandlung aufsuchen oder sich in Beratung begeben, sind sie oft noch nicht raus.«

Quelle: Deutschlandfunk, Zwischen Angst und Aufarbeitung, Mai.2018

 

Kinder die traumatische Gewalt erleben, spalten sich in ihrer Persönlichkeit, sie dissozieren. Ein Überlastungsschutz, der dem Menschen zur Verfügung steht, um bei einer Traumatisierungen das Überleben zu ermöglichen:

In früh und wiederholt erlebten traumatischen Situationen ermöglicht Dissoziation das Überleben durch die Ausbildung von getrennten Bewusstseinsstrukturen der noch unreifen Persönlichkeit. Die so entstehenden Strukturen können wie eigenständige Persönlichkeiten erscheinen und handeln. Daraus kann sich eine Dissoziative Identitätsstruktur mit einem inneren System von mehr oder weniger getrennten Persönlichkeiten/Persönlichkeitsanteilen entwickeln. Da die Struktur als Überlebensmechanismus ausgebildet wurde, bleibt sie (wie jede länger bestehende Traumasymptomatik) ohne Schutz und angemessene Unterstützung auch im jugendlichen und Erwachsenenalter bestehen. Klinisch wird dies unter Dissoziative Störungen bzw. Dissoziative Identitätsstörung gefasst.

Quelle: Fachkreis »Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen«

»Rituelle und organisierte sexuelle Gewalt gerät immer mehr ins Blickfeld der Politik. Aber der Kampf dagegen ist schwierig: Den Betroffenen wird oft nicht geglaubt und die Ermittlungserfolge der Polizei sind bescheiden.«

Das Rituelle Gewalt auch das Unvorstellbare überschreitet zeigt die Aussage eines Opfers das in einen Satanskult hinein geboren wurde:

»Das fängt an, dass man als Kind auf einen Altar gelegt wird und man erst sozusagen vom Hohepriester vergewaltigt wird und anschließend dürfen alle anderen Männer, die drum herum stehen, über einen herfallen ...«

Link: Deutschlandfunk, Zwischen Angst und Aufarbeitung, Mai.2018

Christliche Werte verpflichten uns als Kollektiv das Schweigen zu brechen, denn nach dem Willen unseres Gottes sollen Menschen nicht verkommen in der Prostitution und in der Kriminalität, sie sollen nicht zu psychiatrischen Dauerpatienten werden oder im Suizid enden. Auch wenn das Schweigen die stärkste Waffe der Täter ist, so kommen immer mehr Opfer mit der Wahrheit ans Licht. Darum braucht es Menschen, die mutig reden für die, die in Finsternis und Schweigen gefangen sind und keine Lobby haben, denn die Opfer sind Kinder.            

Ruth Mauz, Theologin, Präsidentin Verein CARA

 

Der Verein CARA verfolgt folgende Ziele:

  • Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diese tabuisierten kriminellen Machenschaften
     

  • Vernetzung, d.h. multidisziplinäre Zusammenarbeit von Fachleuten (Therapie, Justiz, Sozialarbeit, Politik usw.)
     

  • Bereitstellung von Infomaterial
     

  • Information durch den von CARA produzierten Dokumentarfilm «ParallelWELTEN – Abgründe Ritueller Gewalt»

 

Der Verein CARA hat einen aufrüttelnden Dokumentarfilm produziert.


Drei Frauen, Opfer Ritueller Gewalt, haben als Kinder diese Hölle am eigenen Leib erfahren und wagen es heute als Zeuginnen des Ungeheuerlichen darüber zu sprechen. Zwei von Ihnen besuchen den Tatort von damals, ein drittes Opfer spricht über die Folgeschäden von immer neu erfahrener Gewalt: Dissoziative Identitätsstörung.

 

Ein Traumatherapeut und Supervisor, der sich seit Jahren um Opfer Ritueller Gewalt bemüht, berichtet über schockierende Enthüllungen seiner Patienten und über seine Erfahrungen mit dieser geheimen Realität.

 

Pfarrerin Ruth Mauz erzählt, wie sie selbst anfänglich mit Erschrecken und Unglauben reagierte, als sie mit dieser finsteren Parallelwelt in unserer heutigen Gesellschaft konfrontiert wurde. 

 

Ein Vertreter der Polizei erläutert das Verfahren bei Delikten Ritueller Gewalt.

 

Dieser Film kann nicht gekauft oder ausgeliehen werden. Er wird ausschliesslich an öffentlichen Informationsveranstaltungen gezeigt. Er ist Teil eines Programms, in dem Fachpersonen und Überlebende zu Wort kommen und sich den Fragen des Publikums stellen.

 

Die Filmveranstaltungen dienen der Sensibilisierung für eine geheime und kriminelle Realität mitten in unserer Gesellschaft und bieten die Möglichkeit sich zu informieren, Fragen zu stellen und sich auszutauschen.

 

Auf Einladung führt der Verein CARA auch spezielle Veranstaltung für interessierte Kreise durch.