Interessenvereinigung zur Aufklärung und Vernetzung 
gegen rituellen Missbrauch und organisierte Gewalt 

CARA – Care About Ritual Abuse

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Je schwerer das Trauma, desto unglaubwürdiger das Opfer

Aktualisiert: Juni 5

Werner Tschan, Facharzt für Psychiatrie aus Allschwil, hat sich mit dem Fall Nathalie vertieft befasst: Er erklärt, weshalb die Behörden dem Kind kaum Glauben schenken.


Dr. med. Werner Tschan, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, engagiert sich seit 36 Jahren für die Gewaltprävention. Foto: Adrian Moser

Werner Tschan, Facharzt für Psychiatrie aus Allschwil, hat sich mit dem Fall Nathalie vertieft befasst: Er erklärt, weshalb die Behörden dem Kind kaum Glauben schenken.

Werner Tschan, Sie beschäftigen sich in Ihrer Praxis immer wieder mit Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben und schwer traumatisiert sind. Wie häufig kommt das vor? ​ Patienten vertrauen mir Dinge an, die sie anderswo nie erzählen würden. So habe ich Einblick in Strukturen in der Schweiz erhalten. Es ist ein grosses Dunkelfeld. Allgemein lässt sich sagen, dass nur 6 bis 7 Prozent der Betroffenen eine Aussage machen und sich an Behörden wenden. Die Grösse des Dunkelfeldes liegt also bei über 90 Prozent. Was bekannt wird, ist dann derart erschütternd, dass man geneigt ist, zu sagen: Das kann doch nicht sein. Man glaubt in der Folge den Opfern wenig.

Frankreich erfährt zurzeit eine breite Debatte nach den Anschuldigungen gegen einen prominenten französischen Wissenschaftler, der seine Stieftochter missbraucht haben soll. Viel Fälle sind im Sportbereich bekannt geworden und werden jetzt thematisiert. Im Moment wird davon gesprochen, dass über 10 Prozent der Kinder sexualisierte Gewalt innerhalb der Familie erleben. Die Zahlen dürften in der Schweiz wohl ähnlich hoch sein.


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