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Interessenvereinigung zur Aufklärung und Vernetzung 

gegen organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt

Interessenvereinigung zur Aufklärung und Vernetzung 

gegen organisierte sexualisierte und ritualisierte Gewalt

«Die Einpflanzung falscher Erinnerungen ist völlig unsinnig»

links: Dr. Bessel van der Kolk, rechts: Mary Knight


Das Hauptargument zur Diskreditierung von Opfern organisierter sexueller ritueller Gewalt ist das «False Memory» Narrativ.  Dieses wird in einem Interview von prominenter Stelle widerlegt. Lesen Sie hier die Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen und schauen Sie sich das ganze Interview mit dem renommierten Psychiater und Trauma-Spezialisten Dr. Bessel van der Kolk und Mary Knight, einer Überlebenden von Ritueller Gewalt, an.


Aus dem Englischen übersetzt:

Dr. Bessel van der Kolk, hält im Interview fest: 

«Die Einpflanzung falscher Erinnerungen ist völlig unsinnig.» Das sagt er zu Mary Knight, einer Betroffenen, die sich auf einen langen Weg gemacht hat, um herauszufinden, ob ihre Erinnerungen an organisierte sexuelle und rituelle Gewalt durch ihre Eltern wirklich wahr sind. 


Dr. Bessel van der Kolk führt aus, dass Kliniker, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, es mit komplexen Fragen der Erinnerung zu tun haben. Die Menschen, die sich plötzlich an etwas Schreckliches erinnern, sagen sich: «Nein, ich muss verrückt sein, wenn ich mich an so etwas erinnere.» Denn niemand will sich an so etwas erinnern. Niemand will denken, dass jemand, den man liebt, einem so etwas angetan hat. Also sagen sich die Leute: «Nein, ich bin verrückt. Das ist mir nicht passiert.» Aber es fallen ihnen immer mehr Dinge ein. Sie erinnern sich und sagen: «Nein, ich sagte doch, ich bin verrückt. Was stimmt nicht mit mir? Ich muss mich schneiden, um es zu vergessen.»


Er führt weiter aus, dass Kliniker in diesem Arbeitsfeld ihren Patienten helfen, sich sicher genug zu fühlen, damit sie sich selbst überhaupt erlauben können, diese Erinnerungen, dieses Wissen über sich selbst, anzuerkennen. 

«Denn niemand will es wissen», fährt er fort. 


Das sei das Problem mit den Traumata. Niemand wolle wissen, dass man vom eigenen Vater vergewaltigt wurde, dass man vom Nachbarn missbraucht wurde. Vor allem nicht als kleines Kind, denn ein kleines Kind kann nicht sagen: «Oh, das ist einfach ein schrecklicher Mensch, der etwas Schlimmes mit mir anstellt.» So, wie der kindliche Verstand funktioniert, denkt das Kind: «Das passiert mir, weil ich ein schlechter Mensch bin.» Deshalb kann kein Kind tolerieren, dass sein Leiden, in die richtige Perspektive gerückt wird. Jedes Kind, das angegriffen, belästigt oder geschlagen wird, hat das Gefühl ein schlechter Mensch zu sein, weil ihm das passiert ist. Und so wird das Erlebte zu einem beschämenden Geheimnis vor sich selbst. 

«Jeder, der etwas von Traumata versteht, weiss das.» meint Dr. Bessel van der Kolk.



Zur Person Dr. Bessel van der Kolk

Dr. Bessel van der Kolk, niederländischer Psychiater, Autor, Forscher und Pädagoge. 1982 gründete er das Trauma Centre in Brookline in Massachusetts. Von 1990 bis 1991 war er Präsident der International Society for Traumatic Stress Studies ISTSS, von der er 1998 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Im Jahr 1999 schloss sich eine Auszeichnung mit dem Benjamin Rush Award durch die American Psychiatric Association APA an.


Zur Person Mary Knight

Mary Knight, Sozialarbeiterin MA, Überlebende von Kinderpornographie, Organisierter Ritueller Gewalt und Kinderhandel.

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