Interessenvereinigung zur Aufklärung und Vernetzung 
gegen rituellen Missbrauch und organisierte Gewalt 

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CARA – Care About Ritual Abuse

Gemeinnütziger Verein, der auf christlichen Grundwerten basiert, politisch und konfessionell neutral arbeitet und sich durch Spenden finanziert. Der Verein CARA ist in allen deutschsprachigen Kantonen als gemeinnützig und steuerbefreit anerkannt.

Adresse

Verein CARA  |  CH-8605 Gutenswil  |  Tomenrain 20

www.verein-cara.ch  |  info@verein-cara.ch

Wir wollen es wagen, den Stummen eine Stimme zu geben! 

Christliche Werte verpflichten uns als Kollektiv das Schweigen zu brechen, denn nach dem Willen unseres Gottes sollen Menschen nicht verkommen in der Prostitution und in der Kriminalität, sie sollen nicht zu psychiatrischen Dauerpatienten werden oder im Suizid enden. Auch wenn das Schweigen die stärkste Waffe der Täter ist, so kommen immer mehr Opfer mit der Wahrheit ans Licht. Darum braucht es Menschen, die mutig reden für die, die in Finsternis und Schweigen gefangen sind und keine Lobby haben, denn die Opfer sind Kinder.

Ruth Mauz, Theologin, Gründerin Verein CARA

Der Verein CARA strebt folgende Ziele an:

  • Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diese tabuisierten kriminellen Machenschaften

  • Vernetzung, d.h. multidisziplinäre Zusammenarbeit von Fachleuten (Therapie, Justiz, Sozialarbeit, Politik usw.)

  • Bereitstellung von Infomaterial

  • Information durch den von CARA produzierten Dokumentarfilm «ParallelWELTEN – Abgründe Ritueller Gewalt»

Stabsübergabe im Verein CARA

(Oktober 2020) Nach sechs Jahren Aufbauarbeit übergibt die Gründerin des Verein CARA, Ruth Mauz, den Präsidenten-Stab weiter an Fritz Bamert, der mit seinem Team die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins weiterführt.

Rituelle Gewalt ist ein Tabuthema. Dennoch ist es dem Verein CARA gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, dass zu einer öffentlichen Stimme geworden ist. Eine Stimme für die Opfer, die oft nicht über das Erlebte sprechen können. Und wenn sie es doch tun, wird ihnen meist nicht geglaubt.

Aber es bewegt sich etwas! In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verändert. Durch die Aufdeckung spektakulärer Kriminalfälle im Bereich Kinderpornographie kamen grausame Taten ans Licht.
Die Pressemeldungen dazu lösen kurzzeitig grosse Empörung aus und verschwinden sehr schnell wieder aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Darum ist die stetige Öffentlichkeitsarbeit von CARA weiterhin nötig und wichtig.

Was mir an der Covid-19-Situation Mühe bereitet

EINE BETROFFENE BERICHTET:

Ich empfinde die Covid-19-Zeit schon als schwierige Zeit. Diese Zeit fällt mir schwer. Ich denke, sie fällt vielen Menschen schwer.

 

DIE MASKEN bereiten mir grosse Mühe. Sie lösen viele Erinnerungen an meine Kindheit aus. Daran, dass die Täter vermummt waren. Ich durfte ihnen jeweils nicht ins Gesicht schauen und in die Augen schon gar nicht. Aber sie haben sowieso oft etwas vor dem Gesicht gehabt, das ihren Mund verdeckte – genauso, wie wir unseren Mund heute mit den Masken verdecken müssen.

Am Anfang hatte ich massive Mühe; es hat mich so stark triggert*, sowohl, dass ich selbst eine Maske tragen muss, als auch, dass alle anderen eine tragen.

(* laut Wikipedia: Die betroffene Person hat ein durch den Trigger ausgelöstes plötzliches, intensives Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände, das kann so stark sein, dass die Person unfähig ist, sie als Erinnerung zu erkennen und erlebt sie förmlich als aktuelles Ereignis.)

 

Für mich selbst: Eine Maske erinnert mich an Situationen, wo man mir den Mund zubindet oder zugebunden hat. Am Anfang war es mir gar nicht möglich, eine Maske anzuziehen und ich musste tatsächlich eine Therapiestunde – oder waren es sogar zwei? Ich weiss nicht mehr, wie viel Zeit wir dazu verwendet haben – damit ich überhaupt selbst eine Maske anziehen konnte. Das ist ganz furchtbar für mich. Bis heute habe ich Mühe und bis heute empfinde ich so, wie früher, als mir der Mund zugebunden wurde.

Wenn andere eine Maske tragen ist es für mich schwierig, weil es so triggert, weil es mich an früher, an die vermummten Täter erinnert. Mittlerweile habe ich mich ein wenig an diese blauen Wegwerf-Masken, die nun viele tragen, gewöhnt. Das geht mittlerweile. Es gibt aber auch Personen, die tragen schwarze Masken oder solche mit einer Fratze drauf, und das ist für mich und vor allem auch für meine Innenpersonen ganz schwierig. Es ist mir schon vermehrt passiert, dass ich in einem Ladengeschäft um eine Ecke gehe und da steht so ein vermummter Typ und das ist dann wie ein Schlag in meinen Bauch. Ich erschrecke dann zutiefst. Das geht mir durch Mark und Bein. Ich sehe diese Person und das löst bei mir sofort eine Panikattacke aus. Ich muss dann kämpfen, damit ich realisiere und vor allen Dingen auch, dass meine Innenpersonen realisieren: «Das ist kein Täter! Wir sind hier in einem Ladengeschäft». Wir haben vermehrt Angst, wenn die Menschen vermummt sind, wir haben vermehrt Mühe, überhaupt einkaufen zu gehen. Das ist schwierig. Ich gehe mit einer Liste in das Geschäft rein – ich gehe nur noch in Geschäfte, die ich kenne – dann packe ich sofort meine Ware in den Korb und gehe so schnell wie möglich wieder, weil ich das nicht aushalte und weil es mir Angst macht.

Es ist ja so blöd, ich weiss ja, dass alle vermummt sind und trotzdem, manchmal gehe ich um die Ecke bei einem Regal und dann steht da irgendeiner und es triggert mich und das löst einen tiefen, tiefen Schrecken aus. Und meine Innenpersonen fangen an zu zittern und dann haben wir eine Panikreaktion. Das Thema Masken ist nach wie vor, seit vielen Monaten sehr schwer.

Wegen Covid-19 konnte ich im Frühling, WÄHREND DES LOCKDOWNS KEINE THERAPIE mehr machen und somit konnte ich auch meine Therapeutin nicht mehr sehen. Sie hatte dann versucht Therapie via Skypen und Zoom aufzufangen, aber dies hat für mich nicht funktioniert, weil die Übermittlung immer leicht verzögert war und dann hat man sich so schlecht verstanden und das hat für mich nicht funktioniert.

Wir konnten auf diese Weise keine Therapie machen. Da habe ich monatelang gekämpft. Es war ja sowieso schon schwer, ich wurde sowieso schon überall getriggert und zusätzlich fiel noch die Therapie aus.

 

Zudem sind dann auch noch die KONTAKTE ABGEBROCHEN. Die, die von mir wissen, wissen, dass ich mehr als nur eine Person bin und dass ich eine traumatische Geschichte mit Ritueller Gewalt und so weiter habe. Diese Personen, die eigentlich zu meinem nahen Freundeskreis gehören, konnte ich auch nicht mehr treffen. Das sind zwei oder drei Personen… zwei; nur zwei. Aber es ist einfach soviel weggebrochen und man hat sich sehr alleine gefühlt. Natürlich habe ich das Privileg, dass ich meinen Ehemann habe. Aber er kann auch nicht immer alles auffangen, was bei mir abgeht und ich möchte ihm auch gar nicht immer alles sagen. Ich möchte ihn nicht immer belasten mit meinen Dingen. Dafür habe ich eben noch ein, zwei Freundinnen die sehr wichtig sind, aber die konnte ich nun eben nicht mehr besuchen, das heisst, wir durften uns nicht mehr treffen.

 

Zusätzlich habe ich Mühe mit den Verschwörungstheorien, die überall kursieren. Diese lösen in mir, in meinem System, sehr viel Angst aus.

In meiner Kindheit während der Rituellen Gewalt wusste ich sehr oft nicht mehr, was echt ist und was nicht echt ist, was wahr ist und was nicht wahr ist, weil die Täter mich bewusst verwirren und durcheinanderbringen wollten. Dinge die an einem Tag «so» waren, wurden am nächsten Tag ganz anders dargestellt und man wusste nie, was ist richtig und was ist falsch, was ist wahr und was ist eine Lüge. Ich glaube, sie hatten es darauf angelegt, uns bewusst zu verwirren.

Und nun leben wir in einer Zeit, wo Menschen glauben, dass Covid-19 nur eine Lüge ist, wo Menschen sagen, das ist nur da, damit der Staat uns kontrollieren kann. Es gibt ja auch Menschen, die Angst haben vor einer Impfung und sagen, dass diese Impfungen Schlimmes enthalten werden. Das alles belastet mich sehr. Das macht Angst. Das beunruhigt meine Innenmenschen. Das kann zu Panikattacken führen. Das ist für mich auch eine sehr grosse Belastung in dieser Zeit, dass man nicht mehr weiss, was wahr ist und was nicht.

 

Die Kombination all dieser Punkte wurde und ist sehr schwierig für mich. Es ist wirklich nicht einfach. Da sind sehr viele Trigger überall. Da ist sehr vieles, dass Angst macht. Man ist verunsichert und man ist viel mehr alleine. Und wenn man sich dann doch mal begegnet; man kann sich ja nicht einfach frei in den Arm nehmen. Man muss ja auf Distanz bleiben.

Natürlich fällt dies anderen Menschen auch schwer, das bin ja nicht nur ich. Ich denke aber für jemanden wie mich, mit meiner Geschichte, wenn dann diese wenigen Personen, zu denen ich Vertrauen habe, auch noch wegfallen; das ist brutal. Und man fühlt sich alleine.

 

 

Ich war so dankbar, dass ihr von CARA euch im Frühling bei mir gemeldet habt, damit wir ein wenig austauschen konnten. Das hat mir wahnsinnig viel bedeutet. Ja, vielen Dank nochmals dafür. Das war Gold, das war echt einfach nur Gold für mich.

Ihr hattet ja solche Petersilien-Samen versendet. Ich habe diese dann sogleich im Garten gesät und habe mich den ganzen Sommer über daran erfreut. Es war wie ein Zeichen für mich:

 

«Wir sind nicht alleine», gerade auch in jenen Zeiten, in denen wir gar niemanden treffen durften.